Erneuerbare Energien & Energieinfrastruktur
Marokko nutzt seine Geografie, um Energie neu zu denken – für Industrie, Europa und Afrika.
Daraus ergeben sich gerade für deutsche Anbieter Chancen.
Energie als strategisches Projekt eines ganzen Landes
Marokko gehört zu den wenigen Ländern, die Energie nicht isoliert betrachten, sondern als strategischen Kern ihrer wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung. Sonne, Wind, geografische Lage und politische Stabilität werden systematisch genutzt, um langfristige Standortvorteile aufzubauen. Mit überdurchschnittlich hoher Sonneneinstrahlung, konstanten Windkorridoren entlang der Küsten und großen, zusammenhängenden Flächen verfügt Marokko über natürliche Voraussetzungen, die weltweit selten in dieser Kombination vorkommen. Diese Gegebenheiten werden nicht nur für die eigene Stromversorgung genutzt, sondern gezielt in industrielle, infrastrukturelle und außenwirtschaftliche Strategien übersetzt. Erneuerbare Energien sind dabei kein Prestigeprojekt. Sie bilden die Grundlage für Industrialisierung, Exportfähigkeit, Versorgungssicherheit und neue Wertschöpfungsketten. Parallel dazu wird Energieinfrastruktur aufgebaut, die weit über nationale Bedürfnisse hinausgeht und Marokko als Drehscheibe zwischen Europa, Afrika und dem Atlantik positioniert. Für internationale Unternehmen entsteht daraus ein Markt, der nicht experimentiert, sondern skaliert. Projekte werden im Gigawatt Maßstab gedacht, Netze und Häfen parallel entwickelt und neue Energieformen wie grüner Wasserstoff systematisch in bestehende Industrie- und Logistikketten integriert.
Noor Ouarzazate Solar Complex – Weltweit eines der größten Solarenergie-Projekte Einer der größten Solarparks der Welt liegt in der Wüste nahe Ouarzazate. Der Noor Solar Complex erstreckt sich über etwa 3.000 Hektar und kombiniert verschiedene Solartechnologien (konzentrierte Solarenergie & Photovoltaik). Er wird modular gebaut und versorgt heute bereits über eine Million Haushalte mit Strom. Dieses Projekt steht symbolisch für Marokkos Vorstoß in die Energie-Transformation und Innovation im Wüstenumfeld.
„Marokko zeigt, dass erneuerbare Energien kein Idealismus sind, sondern eine wirtschaftliche Strategie.“
Francesco La Camera
Generaldirektor IRENA
Einsatzbereiche:
Großskalige Solarprojekte
Energieerzeugung im industriellen Maßstab
CSP und Speichertechnologien
Energie rund um die Uhr verfügbar
Windenergie Onshore
Konstante Erzeugung für Industrie
Energieinfrastruktur & Netze
Voraussetzung für Industrialisierung
Grüner Wasserstoff & Derivate
Neue Exportindustrie entsteht
Gas, Übergangstechnologien & Hybridmodelle
Versorgungssicherheit im System
Aktuelle Marktsituation
Marokkos Energiemarkt befindet sich in einer Phase beschleunigter Transformation. Der Ausbau erneuerbarer Energien erfolgt nicht isoliert, sondern eingebettet in eine langfristige Systemlogik, die Strom, Industrie, Wasser, Export und geopolitische Anbindung miteinander verbindet. Ein zentraler Treiber ist der massive Ausbau großskaliger Solarprojekte, darunter Anlagen, die weltweit als Referenz gelten. Insbesondere solarthermische Kraftwerke mit Speicherfunktion haben früh gezeigt, dass Marokko bereit ist, technologische Risiken einzugehen, um Versorgungssicherheit und Innovationsführerschaft zu erreichen. Diese Projekte haben internationale Aufmerksamkeit erzeugt und den Grundstein für weitere Investitionen gelegt. Parallel dazu wächst der Windenergiesektor kontinuierlich, insbesondere entlang der Atlantikachsen. Die Kombination aus Wind und Solar ermöglicht eine deutlich stabilere Einspeisung und schafft die Grundlage für industrielle Abnahmeverträge und neue energieintensive Industrien. Hinzu kommt eine neue Dimension: Marokko positioniert sich zunehmend als Energiekorridor. Geplante Gasinfrastruktur aus Westafrika, insbesondere aus Nigeria, soll über Marokko Richtung Europa geführt werden. Diese Pipeline ist nicht nur ein Energieprojekt, sondern ein geopolitisches Signal. Marokko wird damit Teil einer transkontinentalen Energieachse, die Versorgungssicherheit und politische Relevanz verbindet. Gleichzeitig werden Häfen, Industrieflächen und Netze so ausgebaut, dass Energie nicht nur produziert, sondern verarbeitet, gespeichert und exportiert werden kann. Energieinfrastruktur wird damit zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig, der Maschinenbau, Anlagenbau, Steuerungstechnik, Bau, Betrieb und Wartung umfasst.
Der Windpark bei Tarfaya ist Afrikas zweitgrößter Windpark. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie Marokko erneuerbare Energie nicht nur plant, sondern im industriellen Maßstab realisiert und in seine wirtschaftliche Entwicklung integriert.
✔ Über 300 MW installierte Leistung kontinuierliche Stromerzeugung für Netz und Industrie ✔ Realisierung durch internationale Konsortien modernste Turbinen und Großprojekt-Know-how ✔ Hohe Auslastung durch stabile Atlantikwinde planbare Erträge und Versorgungssicherheit ✔ Teil einer nationalen Energiearchitektur Anbindung an Netze, Industrieparks und zukünftige Exportprojekte
Internationale Akteure
Marokkos Energiesektor ist kein kurzfristiger Trend und kein Zufallsprodukt. Er ist das Ergebnis von über einem Jahrzehnt internationaler Aufmerksamkeit, Investitionen, Visionen und Lernprozesse. Kaum ein anderes Land in der Region wurde so früh und so intensiv von internationalen Akteuren als zukünftiger Energie- und Infrastrukturstandort betrachtet. Bereits in den frühen 2010er-Jahren stand Marokko im Zentrum großer europäischer Energievisionen. Projekte wie Desertec verfolgten die Idee, Solarenergie aus Nordafrika im industriellen Maßstab zu erzeugen und nach Europa zu exportieren. Auch wenn diese Vision in ihrer ursprünglichen Form nie umgesetzt wurde, hatte sie eine nachhaltige Wirkung: Marokko wurde früh als geeigneter Standort für großskalige erneuerbare Energie identifiziert und begann, genau diese Rolle systematisch auszubauen. Parallel dazu engagierte sich die Europäische Union über Jahre hinweg finanziell und institutionell im marokkanischen Energiesektor. Europäische Entwicklungsbanken, Förderprogramme und staatliche Investitionsinstrumente begleiteten den Aufbau von Solar-, Wind- und Netzprojekten. Diese Investitionen waren weniger kurzfristig renditegetrieben, sondern zielten auf den Aufbau stabiler Energieinfrastruktur, regulatorischer Erfahrung und technischer Kompetenz. Marokko wurde damit zu einem Testfeld für europäische Energiepolitik außerhalb der EU. Ein weiterer Meilenstein war das Interesse britischer Akteure an Marokko als Energieexportstandort. Das geplante Unterseekabelprojekt zwischen Marokko und Großbritannien, das erneuerbaren Strom direkt nach Europa transportieren sollte, war eines der ambitioniertesten Energievorhaben seiner Zeit. Auch wenn dieses Projekt letztlich nicht umgesetzt wurde, zeigte es eindrucksvoll, wie ernst Marokko als Energiequelle für Europa genommen wurde. Das Scheitern lag weniger am Standort selbst als an politischen, regulatorischen und marktwirtschaftlichen Faktoren in Europa. Wichtig ist dabei: Diese Projekte sind nicht gescheitert, weil Marokko ungeeignet wäre. Im Gegenteil. Sie haben dazu beigetragen, dass das Land heute über Erfahrung in Projektstrukturierung, internationalen Ausschreibungen, Großfinanzierung und Technologieintegration verfügt. Marokko hat aus diesen frühen Visionen gelernt und setzt heute stärker auf realisierbare, skalierbare Modelle mit klarer industrieller Anbindung. Entsprechend breit ist heute die internationale Akteurslandschaft. Französische Unternehmen sind traditionell stark vertreten und prägen viele Großprojekte, insbesondere in Solarenergie, Netzinfrastruktur und industrieller Energieversorgung. Britische Akteure bleiben strategisch interessiert, auch wenn sich der Fokus von reinen Exportvisionen hin zu industriellen Partnerschaften verschiebt. Europäische Finanzinstitutionen begleiten weiterhin große Vorhaben und sorgen für Kapitalzugang und Struktur. Gleichzeitig hat sich der Kreis der Akteure deutlich erweitert. Unternehmen aus dem Nahen Osten bringen Erfahrung aus extremen Klimazonen und Großprojekten ein. Australische Gruppen sind insbesondere im Bereich grüner Moleküle und industrieller Energie aktiv. Amerikanische Unternehmen betrachten Marokko zunehmend als strategischen Hub zwischen Europa, Afrika und Atlantik und koppeln Energieprojekte direkt an Industrie- und Exportlogik. Diese internationale Präsenz zeigt eines sehr deutlich: Marokko ist kein Experimentierfeld mehr, sondern ein Markt, in dem reale Projekte umgesetzt werden, Standards entstehen und langfristige Strukturen aufgebaut werden. Energie wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Fundament für Industrie, Export, Wasser, Infrastruktur und Beschäftigung. Auffällig ist dabei die Rolle Deutschlands. Deutsche Unternehmen sind technisch hochkompetent und als Zulieferer geschätzt, treten jedoch im Vergleich zu anderen Nationen oft zu zögerlich auf. Während französische, amerikanische oder internationale Konsortien ganze Projektarchitekturen prägen, sind deutsche Akteure häufig nur punktuell eingebunden. Für einen Markt dieser strategischen Bedeutung bedeutet das: Deutschland droht, eine gestaltende Rolle zu verlieren und sich auf nachgelagerte Lieferpositionen zu beschränken. Die Schlussfolgerung ist klar. Internationale Akteure haben Marokko früh erkannt, haben investiert, gelernt und Strukturen aufgebaut. Heute ist der Markt reifer, planbarer und industriell relevanter denn je. Für deutsche Unternehmen besteht jetzt nicht mehr die Frage, ob Marokko ein relevanter Energiestandort ist, sondern ob man bereit ist, rechtzeitig eine aktive Rolle einzunehmen – oder später nur noch zuzusehen, wie andere die Standards setzen.
Wussten Sie, dass Marokko bis 2030 über 52 % seiner Stromkapazität aus erneuerbaren Energien decken will?
Dieses Ziel ist staatlich festgelegt und wird bereits durch großskalige Solar-, Wind- und Speicherprojekte umgesetzt. Der Ausbau dient nicht nur der Energieversorgung, sondern ist Grundlage für Industrie, Export und neue Wertschöpfung.
Vorbereitung auf Energieexport nach Europa
Strom, Wasserstoff und Gasachsen
Kombination aus Solar, Wind und Netzausbau
stabile industrielle Energieversorgung
Gigawatt-Skalierung statt Pilotprojekte
Solar- und Windparks werden industriell umgesetzt
Energie als staatliche Industrie- und Standortstrategie
Marokko betrachtet Energie nicht als isoliertes Versorgungsproblem, sondern als zentrales Instrument staatlicher Industrie-, Wirtschafts- und Außenpolitik. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Energieinfrastruktur ist bewusst so angelegt, dass er mehrere Ziele gleichzeitig erfüllt: Versorgungssicherheit, Industrialisierung, Beschäftigung, Devisenstabilität und internationale Relevanz. Der Staat verfolgt dabei einen langfristigen Ansatz. Ausbauziele für erneuerbare Energien sind politisch verankert, Ausschreibungen werden zentral koordiniert und Infrastruktur wird parallel geplant. Energieprojekte stehen selten für sich allein, sondern sind eingebettet in Industrieparks, Hafenentwicklungen, Wasserinfrastruktur und neue Wirtschaftsachsen. Dadurch entsteht ein System, in dem Energie nicht nachträglich angepasst wird, sondern von Beginn an Teil der Standortlogik ist. Ein entscheidender Hebel ist die aktive Rolle des Staates als Projektbeschleuniger. Große Solar- und Windprojekte, Netzausbau, Speicherlösungen und neue Energieformen wie grüner Wasserstoff werden durch klare regulatorische Rahmen, staatliche Agenturen und internationale Finanzierungspartner strukturiert. Genehmigungsprozesse, Flächenbereitstellung und Netzanbindung werden nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt vorbereitet. Das verkürzt Projektlaufzeiten und erhöht Planungssicherheit für Investoren und Industriepartner. Gleichzeitig nutzt Marokko Energiepolitik als Beschäftigungs- und Wachstumsinstrument. Das Land verfügt über eine junge Bevölkerung und setzt gezielt auf großskalige Projekte, um qualifizierte Arbeitsplätze in Technik, Bau, Betrieb, Wartung und Verwaltung zu schaffen. Erneuerbare Energien, Netze, Entsalzung und industrielle Energieanwendungen dienen damit auch der Reduzierung struktureller Arbeitslosigkeit und dem Aufbau technischer Kompetenz im Land. Internationale Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 wirken dabei als zusätzlicher Beschleuniger. Der Ausbau von Stadien, Verkehrsinfrastruktur, Städten und touristischen Kapazitäten erhöht den Energiebedarf erheblich und verstärkt den Druck, Versorgung nachhaltig, stabil und leistungsfähig zu gestalten. Der Staat nutzt diese Dynamik, um Energieinfrastruktur frühzeitig zu erweitern und neue Systeme zu etablieren, statt nur kurzfristig Kapazitäten nachzuschieben. Ein weiterer strategischer Faktor ist die außenwirtschaftliche Dimension. Marokko positioniert sich bewusst als Energieknotenpunkt zwischen Afrika, Europa und dem Atlantik. Strom, grüner Wasserstoff, Ammoniak und perspektivisch Gas sind nicht nur Mittel zur Eigenversorgung, sondern potenzielle Exportgüter. Neue Hafenprojekte, Industrieflächen und Logistikkorridore werden so geplant, dass sie diese Rolle langfristig tragen können. Energie wird damit Teil der außenwirtschaftlichen Strategie und stärkt Marokkos internationale Verhandlungsposition. Für Unternehmen bedeutet diese staatliche Rolle vor allem eines: Energieprojekte in Marokko entstehen nicht im politischen Vakuum. Sie sind gewollt, vorbereitet und langfristig eingebettet. Wer in erneuerbare Energien oder Energieinfrastruktur investiert, trifft auf einen Staat, der nicht bremst, sondern strukturiert, priorisiert und skaliert. Gleichzeitig erfordert dieses Umfeld ein klares Verständnis staatlicher Logiken, institutioneller Akteure und strategischer Zielsetzungen. Genau hier entscheidet sich der Erfolg. Marokko bietet außergewöhnliche Voraussetzungen – aber nur für Unternehmen, die bereit sind, Energie nicht isoliert zu denken, sondern als Teil eines staatlich orchestrierten Industrie- und Wachstumsmodells zu verstehen.
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