Automotive & Zulieferindustrie
Marokko hat sich zu einem der wichtigsten Automobilstandorte außerhalb Europas entwickelt.
Produktion, Zulieferketten und industrielle Wertschöpfung sind heute fest in globale Lieferketten integriert.
Der Standort, den Europas Lieferketten gerade brauchen
Marokko hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Automobil- und Zulieferstandorte außerhalb Europas entwickelt – nicht durch Zufall, sondern durch gezielte Industriepolitik, massive Investitionen und konsequente Exportausrichtung. Heute ist das Land der größte Automobilproduzent Afrikas und ein zentraler Bestandteil europäischer Lieferketten. Mit einer Jahresproduktion von über 700.000 Fahrzeugen und Automobilexporten von zuletzt rund 80 Milliarden marokkanischen Dirham (über 8 Milliarden Euro) gehört der Sektor zu den tragenden Säulen der marokkanischen Wirtschaft. Mehr als ein Viertel der gesamten Exporte des Landes stammen inzwischen aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Diese Zahlen zeigen: Marokko ist kein Ergänzungsstandort mehr, sondern ein industrieller Kernmarkt. Besonders relevant für europäische Unternehmen ist die Struktur dieses Wachstums. Marokko produziert nicht isoliert für den Binnenmarkt, sondern fast ausschließlich für den Export – vor allem nach Europa. Die Nähe zu den europäischen Absatzmärkten, kurze Transportzeiten und leistungsfähige Logistik – allen voran der Tiefseehafen Tanger Med – ermöglichen Just-in-Time-Lieferketten, wie sie für die Automobilindustrie entscheidend sind. Gleichzeitig investiert der Staat gezielt in den weiteren Ausbau des Sektors: Industrieparks, Freizonen, Ausbildungsprogramme und Anreize für Zulieferer sorgen dafür, dass Wertschöpfung zunehmend lokal entsteht. Neben der klassischen Fahrzeugmontage wächst vor allem die Zulieferindustrie – von Kabelbäumen und Bordnetzen über Metall- und Kunststoffkomponenten bis hin zu komplexen Baugruppen. Hinzu kommt der strategische Blick nach vorn. Marokko bereitet den Übergang zur Elektromobilität aktiv vor und plant, seine Produktionskapazitäten in diesem Bereich in den kommenden Jahren deutlich auszubauen. Damit positioniert sich das Land nicht nur als kosteneffizienter Standort, sondern als langfristiger Industriepartner für den europäischen Markt.
Der Tiefsee Hafen Tanger Med belegt bereits den ersten Platz in Afrika und im Mittelmeerraum im Containerumschlag und rangiert aktuell weltweit auf Platz 17.
„Marokko hat sich zu einem der wettbewerbsfähigsten Automobilstandorte weltweit entwickelt – nicht nur wegen der Kosten, sondern wegen Qualität, Logistik und Stabilität.“
Carlos Tavares
CEO Stellantis
Einsatzbereiche:
Fahrzeugmontage & Endfertigung
Produktion für europäische und afrikanische Absatzmärkte.
Zulieferteile & Baugruppen
Lokalisierung von Wertschöpfungsstufen entlang der Lieferkette.
Kabelbäume & Bordnetze
Arbeitsintensive Fertigung mit hoher Nachfrage.
Metall- & Karosserieteile
Strukturelle Komponenten für Serienproduktion.
Kunststoff- & Innenraumkomponenten
Serienfertigung nach OEM-Standards.
Logistik & Sequenzierung
Just-in-time-Versorgung der Produktionswerke.
Die aktuelle Situation
Im Jahr 2024 lag die Fahrzeugproduktion bei rund 700.000 Einheiten, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt und die industrielle Leistungsfähigkeit des Landes unterstreicht. Gleichzeitig erreichten die Automobilexporte etwa 80 Milliarden marokkanische Dirham (~ 8 Mrd. €) – ein Anteil von rund 27 % der gesamten Exportwirtschaft des Landes. Die Produktion und Ausrichtung ist klar exportorientiert: Fahrzeuge und Komponenten werden heute vor allem nach Europa geliefert, unterstützt durch das europäische Freihandelsnetzwerk und die geografische Nähe. Der Industriehafen Tanger Med trägt dabei als logistische Drehscheibe entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit bei, indem er effiziente Zugänge zu EU-Märkten ermöglicht. Auch für 2025 zeigen frühe Zahlen und Prognosen, dass die Branche weiterhin wächst. In der ersten Jahreshälfte 2025 verzeichnete die Produktion beispielsweise ein deutliches prozentuales Wachstum, was auf einen anhaltenden industriellen Aufschwung hinweist. Gleichzeitig baut Marokko seine Produktionskapazitäten weiter aus: So hat der internationale Konzern **Stellantis angekündigt, seine Produktion am Standort Kénitra im Umfang von rund 1,2 Milliarden € zu erweitern, wodurch die Kapazität deutlich erhöht und die lokale Wertschöpfung gesteigert werden soll. Auf struktureller Ebene zeigt sich eine wachsende Diversifizierung der Wertschöpfung: Neben klassischen Pkw-Montagelinien entstehen Fertigungslinien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Kabelbäume, Innenraumkomponenten und weitere Zulieferteile. Auch lokale Akteure, wie der marokkanische Fahrzeughersteller Neo Motors, treten mittlerweile als Produzenten und Entwicklungsakteure im Automotive-Ökosystem in Erscheinung. Die Automobilbranche beschäftigt mehrere hunderttausend Menschen direkt und indirekt und sorgt für eine hohe Industrie- und Beschäftigungsdynamik. Prognosen der Bank Al-Maghrib zeigen, dass die Exporte dieses Sektors in den kommenden Jahren weiter signifikant steigen könnten, da strategische Infrastrukturprojekte und ein stabiles Investitionsklima weitere Kapazitätserweiterungen begünstigen.
Trotz kurzfristiger Schwankungen und einzelner Herausforderungen bleibt die langfristige Tendenz robust. Ein Standort, der zunehmend mit europäischen Produktionsplätzen konkurriert und in manchen Segmenten – wie dem kosteneffizienten Serienbau – bereits heute Maßstäbe setzt.
✔ 700.000+ Fahrzeuge produziert (2024) – kontinuierliches Wachstum gegenüber Vorjahr. ✔ 8 Mrd. € Automotive-Exporte – hoher Beitrag zum marokkanischen Außenhandel. ✔ Zentrale Rolle von Tanger Med – logistische Plattform für Exporte. ✔ Lokale und internationale Akteure – OEMs und Zulieferer stark vertreten.
Internationale Akteure im wachsenden Automotive-Bereich
Marokko hat sich in kurzer Zeit zu einem zentralen Automotive-Hub für globale Hersteller und Zulieferer entwickelt. Internationale Unternehmen haben umfangreiche Produktionskapazitäten aufgebaut und erhebliche Investitionen getätigt. Dadurch ist ein wachsendes Industrienetzwerk entstanden, das heute fest in globale Lieferketten integriert ist. Ein herausragendes Beispiel ist der französisch-italienische Konzern Stellantis, der seine Produktionskapazität im Werk Kénitra deutlich erweitert. Mit einer Investition von rund 1,2 Milliarden Euro wird die Kapazität auf über 500.000 Fahrzeuge pro Jahr erhöht, inklusive der Fertigung von Elektro- und Hybridmodellen sowie eines steigenden lokalen Teilebezugs. Diese Expansion soll dazu beitragen, dass Marokko die Marke von einer Million Fahrzeugen Jahresproduktion überschreitet und die lokale Wertschöpfung weiter ausbaut. Ein weiterer globaler Akteur ist Renault. Das Werk in Tanger zählt zu den größten Automobilfabriken Afrikas und dient seit über einem Jahrzehnt als Exportbasis für europäische Märkte. Gemeinsam mit Stellantis und deren Zuliefernetzwerken hat Renault maßgeblich dazu beigetragen, Marokko als produktiven und zuverlässigen Produktionsstandort zu etablieren. Parallel dazu hat sich ein Netzwerk von rund 260 Zulieferbetrieben entwickelt, darunter auch deutsche Unternehmen, die Komponenten vor Ort fertigen oder den Aufbau eigener Produktionsstandorte planen. Das Spektrum reicht von Karosserie- und Kabelbauteilen bis hin zu Kunststoff- und Metallkomponenten und stärkt die lokale Wertschöpfungskette. Ergänzend zu den etablierten OEMs entsteht zunehmend ein neuer industrieller Kern mit lokalen Marken und innovativen Projekten. Mit Neo Motors ist erstmals ein vollständig marokkanischer Fahrzeughersteller am Markt aktiv, der seine Produktionskapazitäten ausbaut und den Einsatz lokaler Zulieferer kontinuierlich erhöht. Neben klassischen Herstellern gewinnen auch internationale Technologie- und Green-Mobility-Akteure an Bedeutung. Marokko positioniert sich damit nicht nur als Produktionsstandort, sondern zunehmend auch als Plattform für Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und nachhaltige industrielle Fertigung.
Wussten Sie, dass Marokko heute Afrikas führender Automobilstandort ist?
Das Land hat sich in weniger als zwei Jahrzehnten zu einem zentralen Produktions- und Exporthub für Fahrzeuge und Zulieferteile entwickelt – mit direkter Anbindung an den europäischen Markt.
>700.000 Fahrzeuge pro Jahr
Industrielle Serienproduktion für Europa und Afrika.
≈ 7,4 Mrd. Euro Exporte
Automobil- und Zulieferindustrie als stärkster Exportsektor des Landes.
Nr. 1 in Afrika
Größter Automobilproduzent des gesamten Kontinents.
Investitionsmotor Automotive: Wie das Königreich den Standort gezielt nach vorn treibt
Marokkos Automotive-Erfolg basiert vor allem auf einem Faktor, den viele unterschätzen: der Staat baut die Rahmenbedingungen so, dass Industrieansiedlungen schnell, planbar und skalierbar werden. Wer im Automotive- oder Zulieferumfeld investiert, trifft nicht auf ein „normal wachsendes“ Umfeld, sondern auf einen Standort, der seit Jahren systematisch auf Exportindustrie ausgerichtet wird. Dazu gehören spezielle Export- und Industrie-Freizonen, die genau für Automotive-Cluster entwickelt wurden. Dort profitieren Unternehmen von klaren Zulassungspfaden, gebündelter Behördenkoordination und einem Setup, das auf internationale Produktion ausgelegt ist. In diesen Zonen gilt typischerweise: Ein großer Teil des Umsatzes muss aus Exporten stammen (z. B. 70 %), dafür werden Betriebe aber auch gezielt in ein Export-Ökosystem eingebettet. Gleichzeitig werden die Industrieflächen weiter ausgebaut, weil die Nachfrage von Investoren steigt – ein Signal, dass Kapazitäten nicht nur verwaltet, sondern aktiv erweitert werden. Parallel investiert Marokko stark in Fachkräfte und Ausbildung, speziell für Automotive. Ein sichtbares Beispiel sind die Automotive-Industrie-Ausbildungsinstitute (IFMIA) in wichtigen Industrie-Regionen, die technische Profile genau nach Bedarf der Werke ausbilden. Das ist entscheidend, weil Zulieferindustrie nicht nur günstige Arbeitskräfte braucht, sondern verlässliche industrielle Qualität: Techniker, Mechatronik, Elektrik, Produktionslogik. Genau hier hat Marokko in den letzten Jahren sichtbar nachgezogen. Auch die Standortlogik ist konsequent: Casablanca als wirtschaftlicher Knotenpunkt mit einer Metropolregion von rund 4 Millionen Einwohnern bietet Talent, Management, Dienstleister, Finanzierung und Infrastruktur im Hintergrund. Produktionscluster und Exportzonen liegen so, dass Unternehmen schnell zwischen administrativem Zentrum, Produktion und Logistik wechseln können. Ein weiterer Hebel ist die Logistik. Marokko hat mit Tanger Med ein Export-Fundament geschaffen, das nicht „gut für Afrika“ ist, sondern international mitspielt: Das Automotive-Ökosystem rund um Tanger wird als Industriezone mit über 150 Operators, über 40.000 direkten Jobs und einem kumulierten Investitionsvolumen von über 4 Milliarden USD beschrieben. Das ist der Unterschied zwischen „Standortidee“ und einem echten, funktionierenden Zuliefernetzwerk. Hinzu kommen steuerliche und investive Anreize, die Industrieansiedlungen attraktiv machen können – unter anderem in Form von zeitlich befristeten Steuererleichterungen für bestimmte industrielle Aktivitäten sowie Fördermechanismen, die an Investitionshöhe, Standort und Jobaufbau gekoppelt werden. Wichtig ist nicht der einzelne Vorteil, sondern das Gesamtbild: Marokko will Wertschöpfung im Land – und erleichtert Investoren genau diesen Aufbau. Unterm Strich heißt das: Wer in Marokko im Automotive- oder Zulieferbereich einsteigt, nutzt nicht nur niedrigere Kosten, sondern ein Umfeld, das strukturell darauf ausgelegt ist, Industrie anzuziehen, zu halten und auszubauen.
Reichen Sie jetzt Ihre Anfrage ein
Wir prüfen jede Anfrage sorgfältig und melden uns in der Regel innerhalb von 48 Stunden bei Ihnen – per E-Mail oder telefonisch, je nach Wunsch. Je mehr Informationen Sie uns vorab geben, desto besser können wir uns auf Ihr Anliegen vorbereiten.
© 2026 Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten
Diese Website steht in keiner Verbindung zu Facebook, Google oder Meta Platforms, Inc. Facebook und Google sind eingetragene Marken ihrer jeweiligen Eigentümer. Wir verwenden Cookies und Remarketing-Pixel, um relevante Werbung anzuzeigen und unsere Website zu verbessern. Die Nutzung dieser Website erfolgt auf eigenes Risiko.